
Tequila‑Lexikon: Fachbegriffe & Grundlagen
Tequila‑Lexikon: Fachbegriffe & Grundlagen der mexikanischen Agavenkunst
Was ist Tequila? – Ursprung, Herstellung, Qualität
Tequila ist eine edle Spirituose, die ausschließlich aus dem Herzen der Blauen Weber-Agave gewonnen wird – einer Pflanze, die bis zu neun Jahre wächst, bevor sie geerntet werden kann. Nur fünf Regionen Mexikos, allen voran der Bundesstaat Jalisco, dürfen sich offiziell mit der Herstellung rühmen. Die Produktion unterliegt strengen gesetzlichen Vorgaben, die unter anderem vorschreiben, dass echter Tequila zu mindestens 51 % aus dem fermentierten Saft dieser Agave bestehen muss – bei Premiumqualitäten handelt es sich um 100 % Agave. Der Herstellungsprozess umfasst mehrere komplexe Schritte: Dämpfen der Agavenherzen, Extraktion, Fermentation, zweifache Destillation und ggf. Fassreifung. Geschmack, Aroma und Qualität hängen dabei von vielen Faktoren ab – wie Bodenbeschaffenheit, Fermentationsbedingungen und der verwendeten Technik. Diese Abläufe und ihre chemischen Grundlagen wurden unter anderem in der Studie „Tequila Production“ von López et al. (2003, Food Research International) detailliert analysiert.
Das große Tequila-Glossar
Agave tequilana Weber
Die einzige Agavensorte, aus der Tequila produziert werden darf. Die Pflanze speichert über Jahre hinweg Zucker, der später zur alkoholischen Gärung verwendet wird.
Piña
Das Herzstück der Agave – nach Entfernen der Blätter bleibt eine ananasförmige Knolle, die gekocht und ausgepresst wird. Eine Piña wiegt bis zu 50 kg!
Jima
Die kunstvolle Ernte der Agave. Dabei trennt der „Jimador“ mit einem speziellen Werkzeug – der „Coa“ – die Blätter ab und sticht das Herz aus.
Autoklav
Ein großer Druckbehälter, in dem die Piñas schneller und gleichmäßiger gegart werden als in traditionellen Steinöfen. Das spart Zeit und Energie.
Steinofen
Das traditionelle Garverfahren – langsamer, aber mit intensiverem Geschmacksergebnis. Vor allem von handwerklich arbeitenden Brennereien bevorzugt.
Milling (Mahlen)
Zermahlen der gekochten Agaven zur Saftgewinnung. Moderne Brennereien nutzen Walzenmühlen oder Diffusoren, während traditionelle Produzenten auf Tahonas – schwere Steinräder – setzen.
Fermentation
Die Umwandlung des Agavensafts in Alkohol. Traditionell mit natürlichen Hefen oder speziellen Kulturen – ein entscheidender Schritt für das spätere Aromaprofil.
Destillation
Mindestens zwei Durchgänge sind gesetzlich vorgeschrieben. Kupferbrennblasen sorgen für weiche, aromatische Ergebnisse, Edelstahlanlagen für industrielle Präzision.
Tequilero / Maestro Tequilero
Der Brennmeister – verantwortlich für die Qualität und Charakteristik eines Tequilas. Viele Familienbetriebe halten diese Kunst über Generationen lebendig.
NOM-Nummer
Jede Tequila-Flasche trägt eine vierstellige Nummer, die auf die zugelassene Brennerei verweist. Die Abkürzung steht für „Norma Oficial Mexicana“.
DOT
Das Herkunftssiegel, das garantiert, dass der Tequila aus einer gesetzlich anerkannten Region Mexikos stammt.
Mixto
Tequila mit einem Mindestanteil von 51 % Agavensüße, der Rest kann aus anderen Zuckern stammen. Meist günstiger, aber weniger komplex im Geschmack.
100 % Agave
Hochwertiger Tequila aus reinem Agavensaft – geschmacklich intensiver, reiner und für Kenner die einzig wahre Wahl.
Blanco / Silver
Unreifer Tequila – direkt nach der Destillation abgefüllt oder bis zu zwei Monate gelagert. Klar, frisch, ideal für Cocktails.
Reposado
Mindestens zwei Monate in Eichenfässern gereift. Der Tequila nimmt leichte Holzaromen an und entwickelt eine goldene Farbe.
Añejo
Reifung über mindestens ein Jahr. Der Tequila wird dunkler, komplexer und weicher im Geschmack – perfekt zum Purtrinken.
Extra Añejo
Mindestens drei Jahre Reifezeit. Diese Premiumkategorie ist besonders aromatisch und erinnert geschmacklich oft an edlen Cognac oder Whisky.
Highlands vs. Lowlands
Die Anbauregionen in Mexiko beeinflussen das Aromaprofil: In den Hochlagen (Los Altos) gedeihen süßere, fruchtige Agaven, im Tiefland (El Valle) wachsen würzig-erdige Varianten.
Single Estate
Tequilas, bei denen die Agaven aus einem einzigen Feld stammen – ein Konzept ähnlich dem Terroir beim Wein. Ausdrucksstarke Unikate!
Trinkkultur & Genussformen
Tequila ist weit mehr als ein Party-Shot mit Salz und Zitrone. Hochwertige Tequilas genießt man pur, in Cocktails wie der Margarita, dem Paloma oder der mexikanischen „Bandera“ – ein Dreiklang aus Limettensaft, Tequila und Sangrita. Auch in der gehobenen Barkultur erlebt Tequila eine Renaissance: ob als Basis für Negroni-Varianten oder in rauchiger Kombination mit Mezcal.
Empfehlung aus dem SPRITHÖKER-Shop
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Tequila Ocho Blanco & Reposado – puristisch und terroirgeprägt, ideal zum Einstieg in die Premiumwelt.
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Cincoro Tequila Añejo – für Liebhaber komplexer Aromen mit Whisky-Charakter.
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Tequila Ocho Extra Añejo La Laja – fassgelagert, elegant, luxuriös – für Sammler und Genießer.
Mehr Tequila-Wissen im SPRITHÖKER Blog
Du möchtest noch tiefer in die Welt des Tequilas eintauchen? Dann wirf unbedingt einen Blick auf unsere weiterführenden Blogbeiträge! Ob spannende Cocktail-Rezepte, exklusive Markenporträts oder Hintergrundwissen zur Herstellung – unsere Artikel bieten dir fundiertes Know-how und genussvolle Inspiration.
Tequila verstehen heißt Tequila genießen
Tequila ist weit mehr als nur ein Shot am Tresen – er ist Ausdruck mexikanischer Kultur, Handwerk und Tradition. Wer die Begriffe rund um Anbau, Verarbeitung und Klassifikation kennt, erkennt schnell: Hinter jeder Flasche steckt eine Geschichte, ein Terroir und viel handwerkliche Präzision. Ob Blanco, Reposado oder Extra Añejo – wer weiß, worauf es ankommt, findet schneller seinen persönlichen Favoriten. Dieses Lexikon soll dir dabei helfen, Tequila bewusster zu genießen – mit Neugier, Wertschätzung und dem richtigen Wissen im Glas. ¡Salud!